Dorothee Rothenbach

Bahnreisen und Zeitreisen

Im Eilzugtempo durch die nahe und fernste Vergangenheit

Der kleine Bahnhof von Schinznach-Dorf muss weichen: nun sind vom grossen Ortschaftsschild bis zum kleinen Cartonbillett all die liebgewonnen Utensilien frĂŒherer Bahnreisen in der Sonderausstellung im Heimatmuseum Schinznach-Dorf (Sonntag, 7. August 2016 14 – 17Uhr) untergebracht. Aber auch die permanenten Ausstellungen haben zugelegt. Mehr Raum steht fĂŒr die PrĂ€sentation der Heisterfossilien zur VerfĂŒgung und eine geniale Tafel illustriert deren Zeitreise.

Modelle, Bilder, Schilder, die Bahnhofsvorstandskelle erfreuen das Auge in der Sonderausstellung, und allerhand raffinierte Maschinen können ausprobiert werden, bis z.B. ein Billett zutage tritt. Das Bahnmotiv findet seine attraktive Fortsetzung im Ausstellungsgut der SchBB, der Schinznacher Baumschulbahn – und selbst das Bilderbuch von Bruno MĂŒhlethaler hat eine Loki zum Thema. In seiner Eigenschaft als Maler stellt er gegenwĂ€rtig seine Bilder im Depot aus . Sie zeigen Ansichten von Schinznach und schweifen von hier in die Ferne.

«Handfeste» Zeugen der Vergangenheit
In die Ferne und in die Tiefe ziehen die Fotografien den Besucher im neu eingerichteten Kellergewölbe. Sie reprĂ€sentieren die jungen, modernen Formen von StachelhĂ€utern in ihrer ganzen Pracht umgeben von ihren alten fossilen Vorfahren. Die Versteinerungen verblĂŒffen zwar nicht mehr mit ihrer FĂ€rbung, wohl aber mit der VollstĂ€ndigkeit ihrer zarten Skelette. Die Exemplare dĂŒrfen durchaus in die Hand genommen und mit der Lupe studiert werden. Wie kommt es , dass gerade hier im Heistersteinbruch ob dem heutigen Schinznach eine einmalige Fundstelle mit diesen wohlerhaltenen Versteinerungen sĂ€mtlicher fĂŒnf StachelhĂ€uterklassen liegt? Das Jurameer, das sich vor 165 Millionen Jahren hier befunden hat (wie die neue Zeitreisetafel prĂ€chtig illustriert), war wohl nicht nur lauwarm, sondern auch untief und sanft. Ein Ferienmeer.

Spycher selber museumswĂŒrdig

Im Heimatmuseum blĂŒht es weiter …

… auch wenn sich der Sommer und damit die Heimatmuseums-Saison dem Ende zu neigt, zeigen sich doch die stĂ€ndigen Ausstellungen, die Sonderaustellungen und der neue Ausstellungsteil in voller BlĂŒte – das nĂ€chste Mal am Sonntag, 4. September 2016 von 14 bis 17 Uhr.

Die Reminiszenzen zum Bahnhof Schinznach-Dorf sind noch versammelt, unterstĂŒtzt von der liebevoll kuratierten Spezialausstellung des Vereins der Schinznacher Baumschulbahnen (SchBB) . Mit etwas WetterglĂŒck kommt ein ganz praktisches VergĂŒgen zur BahnprĂ€sentation dazu und Markus Stalder wird seine GartenzĂŒglein nochmals in Betrieb nehmen und Rundfahrten im lauschigen MĂŒhlengrunde anbieten.

Die Ausstellung der weltweit einzigartigen Fossiliensammlung von StachelhĂ€utern aus dem hiesigen Heister hat einen zusĂ€tzlichen Raum erhalten . Eine sieben Meter lange Tafel ermöglicht nun den Überblick ĂŒber Entstehung und Lage des seichten, lauwarmen Meeres an der Stelle des heutigen Schinznach, in die JagdgrĂŒnde also der Seesterne und ihrer Klassengenossen.

Den Grundstock des Ausstellungsgutes bilden nach wie vor die mannigfachen Beispiele zum lĂ€ndlichen Kulturgut des Schenkenbergertales, besonders des Rebbaus natĂŒrlich. Viele GegenstĂ€nde harren dazu noch ihres grossen Auftritts im Museum und können unterdessen im Depot besichtigt werden.

Das Heimatmuseum selbst ist ein dreihundertneunundsechzig Jahre alter Spycher und somit selbst museumswĂŒrdig. Auch der Holunderbaum im Hof ist nicht mehr jung und selten gross, da er in dieser AtmosphĂ€re des Hegens und Pflegens offensichtich besonders gut gedeiht.

Mosten und Kosten

Im Heimatmuseum Schinznach-Dorf zieht am Sonntag, 2. Oktober 2016, 14-17 Uhr, der Herbst ein mit all seinen Farben und GenĂŒssen. Die alte Mosti steht gut gebadet bereit und Jung und Alt sind eingeladen, sich in ihrem Betrieb zu versuchen (Bild). Zum frischen Most gibt es Speck und Brot, damit gebödelet ist, wenn all die SchĂ€tze im Museum zum Rundgang locken. Noch ist die Sonderausstellung zum Thema alter Bahnhof Schinznach-Dorf zu sehen. Die Schinznacher Baumschulbahnen und Markus Stalder steuern ebenfalls zum Thema Eisenbahn bei. Bruno MĂŒhlethaler bringt im Museumsdepot Extrafarbe mit seinen Bildern aus nah und fern. Zum permanenten Ausstellungsgut aber gehören die Heisterfossilien, die StachelhĂ€uter, die vor 165 Mio hier im warmen Meer gelebt haben. Und natĂŒrlich ist um diese Jahreszeit die PrĂ€sentation zum Schinznacher Rebbau hoch aktuell.

Ein GlĂŒhwein in Ehren…

Herbstmarkt im Heimatmuseum Schinznach-Dorf

Ein GlĂŒhweinfeuerchen zum Saisonende wĂ€rmt die Geister am Sonntag, 6.November 2016 von 14 bis 17 Uhr und lockt zu allerhand vorweihnachtlichem SchnĂ€ppchenerwerb.

Das Angebot könnte breitgefĂ€cherter nicht sein: Versteinerungen aus dem Nachlass von Urs Keller, die begehrten SchBB (Schinznacher Baumschul-Bahn)-Kalender sowie Bilder und das Loki-Bilderbuch von Bruno MĂŒhlethaler stehen zum Verkauf bereit. Dazwischen lĂ€sst sich ein letzter Blick auf die diesjĂ€hrigen Sonderausstellungen werfen, die das IsebĂ€hnlerherz höher schlagen lassen – der alte Bahnhof Schinznach zeigt nochmals seine SchĂ€tze und der Verein SchBB (Schinznacher Baumschulbahn) die seinen.

Wer in der nÀchsten Saison gerne seine eigene Sammlung prÀsentieren möchte, wie es dieses Jahr verdankenswerterweise Markus Stalder mit seinen Eisenbahnmodellen in allen Farben und Formen getan hat, kann mit einer Schatztruhe in Form einer abschliessbaren Vitrine rechnen. Inmitten der Daueraustellungen zum Schinznacher Rebbau und zu den hiesigen Fossilienfunden, der einmaligen Versammlung aller StachelhÀuterklassen, wird sie sich prÀchtig prÀsentieren. Gerne nimmt Dorothee Rothenbach Anmeldungen entgegen.

Hartmann-Traubensaft nur noch im Museum

Schinznach-Dorf: Geschichte und Geschichten im 2017

Am Sonntag, 7. Mai 2017 startet das Heimatmuseum in die Saison 2017 mit attraktiven Dauer- und Sonderausstellungen – es ist sozusagen das ĂŒber fĂŒnfzigjĂ€hrige Kind des Kulturvereins «Grund», der dieses Jahr sein neunzigstes JubilĂ€um feiert. Und immer noch hĂ€lt es sich an die Vorgabe, einerseits das lĂ€ndliche Kulturgut aus der Umgebung zu zeigen und andererseits die weltweit einmalige LagerstĂ€tte von StachelhĂ€utern vom hiesigen Heister darzustellen.

Gleich am Sonntag, 7. Mai kommt das Hauptthema dieser Saison zum Zuge: der letzte Schinznacher Traubensaft kann gekostet und mit ihm seine Geschichte in Wort und Bild genossen werden. Emil Hartmann-ZurflĂŒh fĂŒhrt durch die Ausstellung und wird die Entwicklung und Funktionsweise so mancher raffinierten Apparatekonstruktionen zur Traubenbeerenverarbeitung erlĂ€utern können und so manche Begebenheit, die sich darum rankt.

Die Weinproduktion allerdings bleibt den Schinznachern erhalten und behĂ€lt darum auch im Museum ihre Position in der Dauerausstellung. In den Schatzkammern im Kellergewölbe des als Museum dienenden Spychers aus dem Jahre 1647 breiteten sich die fossilen Funde der Seelilien, Haarsterne, Seesterne, und Seeigel Seegurken weiter aus. Weitere Attraktionen folgen im Laufe des Museumsjahres: im Juni wird ein fundierter Dorfrundgang stattfinden, im September soll uns ein Blick zurĂŒck ins Meer zu den heutigen StachelhĂ€utern das Leben der fossilisierten nĂ€her bringen, im Oktober wird gemostet und im November lockt ein kleiner Weihnachtsmarkt.

Eine Handpumpe zum Umpumpen des Traubensafts. Auf den Regalen im Hintergrund Fotos und alte Flaschen mit Etiketten

Das diesjĂ€hrige Programm vervollstĂ€ndigen AckergerĂ€tschaften und der Film «Vom Korn zum Brot» (er entstand unter der Ägide des Museums Bözberg). Mit diesem unterstĂŒtzt das Museum das 700-Jahr-JubilĂ€um der mittleren MĂŒhle, der Nachbarin in Fussdistanz.

Zur Hartmann-Traubensaftproduktion
Bereits 1944 setzte die Spezialisierung auf Traubensaft ein – und Emil Hartmann-Benningers Erfindergeist war gefordert. Viele AblĂ€ufe hat er rationalisiert und gleich noch die passendenden GerĂ€te modifiziert. Die Vinifikation der Trauben erfolgte erst mit der Nachfolgegeneration im 1968, die aber immer noch die Traubensaftproduktion aufrecht erhielt. Die nĂ€chste Generation mit Barbara Furer-Hartmann, Claudio Hartmann und Adrian Hartmann fĂŒhrt die Weinbautradition zwar weiter, alle drei verzichten aber auf die Traubensaftproduktion.
Der letzte Schinznacher Traubensaft ist abgefĂŒllt.

Heimatmuseum Schinznach-Dorf zieht Kreise

Einladung zu einem attraktiven Dorfrundgang

Am Sonntag, 4. Juni 2017 um 14.15 startet beim Heimatmuseum Schinznach-Dorf ein stĂŒndiger Dorfrundgang, gefĂŒhrt von Emil Hartmann.

Die aktuelle BautÀtigkeit ist gross, das ganze Dorf in einem Wandlungsprozess begriffen. Eine Bestandesaufnahme der Substanz von GebÀuden und ihren Geschichten drÀngt sich auf.

Als alteingesessener und engagierter Schinznacher und gewandter ErzĂ€hler wird Emil Hartmann diese Aufgabe ĂŒbernehmen, das Garn spinnen und so manches Lustiges, Trauriges und Kurliges zum DorfverstĂ€ndnis beitragen können.

Das Museum mit der diesjĂ€hrigen Sonderausstellung zur hiesigen verschwindenen Taubensaftherstellung bleibt auch wĂ€hrend der FĂŒhrung geöffnet; samt der Dauerausstellung der weltweit einmaligen Fossilienfunde aller StachelhĂ€uterklassen aus dem Schinznacher Meer vor 165 Mio Jahren.

Uralt und ganz Jung sausen durch die Zeit

Das Heimatmuseum zeigt am Jugendfestsonntag 2017 von 14 bis 17 Uhr seine SchÀtze

Um Sekunden geht es fĂŒr die SchĂŒler am Seifenkistenrennen am letzten Jugendfesttag – und nicht weit oberhalb vom Startplatz, im Heistersteinbruch, um 165 Millionen Jahre. Hier wurden fossilisierte StachelhĂ€uter gefunden.

Diese, und massgebende Objekte aus dem Zeitraum bis zum heutigen Tag, fin- den sich im Heimatmuseum. Die rezen- tere Dorfgeschichte illustriert gerade die Sonderausstellung zur letzten hiesigen Traubensaftherstellung – und zum 700-jĂ€hrigen MĂŒhlejubilĂ€um veran- schaulichen zahlreiche GerĂ€te die MĂŒhen der Korngewinnung.

Den grossen Überblick ĂŒber die ZeitlĂ€ufte aber gibt es im Gewölbekeller anhand einer langen Tafel zu bestaunen: Die Erdteile verschieben und heben sich ĂŒber die Jahrmillionen, aus Schinznacher Gebiet zieht sich das Meer schliesslich zurĂŒck – es wĂ€re wohl im Hinblick auf die Ferienzeit im Auge zu behalten wie auch unsere vielversprechende Jugend.

Schinznacher Traubensaft geht zur Neige

Heimatmuseum Schinznach-Dorf zeigt GerÀtschaften und Versteinerungen

Am Sonntag, 6. August 2017 ab 14.30 Uhr erzÀhlt Emil Hartmann nochmals aus der Entstehungsgeschichte des Schinznacher Traubensafts.

Und etwas EinfĂŒhrung in die Raffinessen all der GerĂ€tschaften , die der Herstellung des Traubensafts dienen, ist notwendig. Besonders das Pasteurisieren grösserer Mengen verlangte nach neuen technischen Lösungen. So einige davon sind dannzumal dem Erfindergeist von Emil Hartmann-Benninger entsprungen. Dazu illustrieren die Bilder von Sohn Emil Hartmann die Abzweigung auf dem Weg, den die Traubenbeere, statt zum Wein, zum sĂŒssen, alkoholfreien Traubensaft nimmt – dessen letzte Tropfen es zu kosten gilt.

Diese Sonderausstellung wird flankiert vom Beitrag des Heimatmuseums zum 700-jĂ€hrigen MĂŒhlejubilĂ€um im Dorf. Vom Pflug bis zum Dreschflegel stehen die GerĂ€te zur Kornproduktion bereit im Grossformat aber auch als Miniaturen aus der landwirtschaftlichen Schule Brugg. Ein Film, vom Museum Bözberg geschenkt, illustriert deren Verwendung. Der Gewölbekeller des Museums aber beherbergt die fossilisierten SchĂ€tze aus dem hiesigen Steinbruch Heister, dem weltweit einzigartigen Fundort aller StachelhĂ€uterklassen.

Zeugen ferner Zeiten in der eigenen Hand

Heimatmuseum Schinznach-Dorf mit vertieftem Einblick in die Jurazeit

Fossilien zum Anfassen werden am Sonntag, 3. September 2017 im Heimatmuseum Schinznach geboten. Dazu gibt es eine Übersicht ĂŒber die Funde vom hiesigen Heistersteinbruch durch Dorothee Rothenbach (dipl. zool.) um 14.30 Uhr.

Im Gewölbekeller des Museums sind die SchĂ€tze aus dem Steinbruch und seiner Umgebung ausgestellt. Sie wurden schon dem damaligen Bezirksarzt Dr. Theodor Keller von der Bevölkerung zugetragen und nach der MuseumsgrĂŒndung 1961 dort versammelt, durch Forschungsgrabungen ergĂ€nzt und zusammen ausgestellt. In diesem ganzen Fossilienlager finden sich fast ausschliesslich StachelhĂ€uter, wie sie in dieser Konzentration und diesem Erhaltungszustand noch nirgends auf der Welt gefunden wurden.

Tafel Nagra

In die Hand nehmen kann man diese und eine Tafel von der Nagra illustriert die UmstĂ€nde, die zu diesem Schatz gefĂŒhrt haben und weitere wundersame Einzelheiten darum herum sollen an diesem Sonntag in Wort und Bild zutage gefördert werden.

Aktuell ist auch die Ausstellung zum Rebbau samt dem «letzten Traubensaft aus Schinznach-Dorf» und sind es die Werkzeuge und Maschinen, die der Korngewinnung dienen, dies als Beitrag zum 700-Jahre–JubilĂ€um der Mittleren MĂŒhle.

Rote ApfelbÀckchen, rote KinderbÀckchen

Das Jahr rundet sich: Im Heimatmuseum Schinznach wird wieder gemostet

Vielen Äpfeln ist es doch noch gut ergangen – am Sonntag, 1. Oktober 2017 verwandeln sich einige zu Most im Heimatmuseum Schinznach Dorf ab 14 Uhr. Zudem stehen Speck und Brot zum Herbstgenuss bereit.

Das Museumsteam ist bereits im Einsatz, um die GerĂ€tschaften aus dem Museumsfundus fĂŒr das Mostpressen bereitzustellen. Die altehrwĂŒrdigen Pressen sind aus Holz und brauchen ihr Bad, damit das Holz schwillt und der kostbare Apfelsaft den richtigen Weg findet. Besonders die Kinder geniessen dann das Spiel vom Drehen am Pressrad mit so sĂŒss-sĂŒffigen Resultat. Auch Brot und Speck stehen bereit, um den Mostgenuss zu unterstĂŒtzen und Kraft fĂŒr den weiteren Museumsbesuch zu spenden – sind doch jetzt auch die Trauben ein aktuelles Thema und finden in der Spezialausstellung zum «letzten Schinznacher Traubensaft» ihre WĂŒrdigung. Trockener geht es bei den Fossilien zu und her: vereint liegen alle StachelhĂ€uterklassen in den Kellergewölben, wie sie es im dorfnahen Heistersteinbruch getan haben.

Aus dem Glasballon mit dem GummischlÀuchlein fliesst schliesslich der goldene Saft in den Becher und von dort aus wird er die durstigen Kehlen erfreuen.

Noch manchen Schatz birgt das kleine Museum mit dem grossen Depot – und nicht weit davon wartet das MĂŒhlemuseum auf Besuch mit einer PrĂ€sentation des Widders – nicht des Tieres sondern einer stromunabhĂ€ngigen Wasserpumpe.